Was ist Online-Psychotherapie und wie funktioniert sie?
Online-Psychotherapie bedeutet Psychotherapie- oder Beratungssitzungen aus der Ferne. Klient:in und Behandelnde verbinden sich von unterschiedlichen Orten aus — ohne Anfahrt, ohne Wartezimmer. Die Dokumentation bleibt Teil der Behandlung.
Kurzantwort
- Online-Psychotherapie ist Psychotherapie oder Beratung aus der Ferne, etwa per Video, Chat oder Telefon.
- Klient:innen und Behandelnde verbinden sich von unterschiedlichen Orten aus, ohne Anfahrt zur Praxis.
- Eine Sitzung dauert in der Regel etwa 50 Minuten, wie in der Präsenz.
- Das Gespräch findet über ein Tool statt, das die Behandelnde selbst wählt.
Was das Berufsrecht sagt (in Kürze)
- Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeutin“ bzw. „Psychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt (§ 1 PsychThG) und setzt die Approbation voraus; Heilpraktiker:innen (Psychotherapie) führen eine andere Bezeichnung. Prüfen Sie den Berufsstatus vor Beginn.
- Nach der Musterberufsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer ist Fernbehandlung ergänzend möglich, doch Diagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung erfordern weiterhin persönlichen Kontakt; Einzelheiten regelt die Berufsordnung der jeweiligen Landeskammer — klären Sie sie im Zweifel mit Ihrer Landeskammer.
- Der Datenschutz richtet sich nach der DSGVO (Art. 9, Gesundheitsdaten): Das genutzte Tool muss angemessene Sicherheitsmaßnahmen bieten, und die Einwilligung sollte das abdecken.
- Schweigepflicht (§ 203 StGB) und Aufklärung gelten bei Sitzungen aus der Ferne unverändert.
So läuft es in der Praxis ab
- Klient:in und Behandelnde vereinbaren den Termin, der im Kalender der Praxis eingetragen wird.
- Zur vereinbarten Zeit verbinden sich beide über das Tool, das die Behandelnde gewählt hat.
- Die Sitzung dauert etwa 50 Minuten; die Behandelnde verfolgt den Verlauf in der elektronischen Klientenakte.
- Nach der Sitzung ergänzt die Behandelnde die Sitzungsnotizen in der Akte und legt bei Bedarf den nächsten Termin fest.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Eine Person mit sozialer Angst arbeitet nach einem ersten Gespräch vor Ort weiter mit einer Psychotherapeutin aus der Ferne. Der Termin steht dienstags um 19:00 Uhr im Kalender, ohne Anreise. Die Therapeutin verfolgt den Verlauf in der Klientenakte.
Beispiel 2: Ein Klient zieht von Köln nach Freiburg und wird weiter von seiner bisherigen Psychotherapeutin begleitet — zur gewohnten Zeit jede Woche, ohne dass die Behandlung abbricht.
Häufige Fehler
- Online-Psychotherapie mit Coaching- oder Wellness-Apps verwechseln: Diese sind keine Psychotherapie und behandeln keine psychischen Erkrankungen.
- Sich an jemanden ohne Approbation wenden, obwohl „Psychotherapeut:in“ geschützt ist — prüfen Sie den Berufsstatus immer.
- Ein beliebiges Tool nutzen, ohne zu prüfen, ob es für Gesundheitsdaten angemessene Sicherheitsmaßnahmen bietet.
Wie 4therapy Ihnen hilft
- Terminkalender je Behandelnde:r: Termine für Online-Sitzungen werden im Kalender eingetragen und mit dem Verlauf verknüpft.
- Elektronische Klientenakte: Nach jeder Sitzung ergänzt die Behandelnde Notizen in Textform und verfolgt den Verlauf über die Zeit.
- Terminstatus im Kalender, damit Ausfälle sichtbar werden.
- Stammdaten und Kontaktdaten stehen in der Klientenakte, bevor die erste Sitzung beginnt.
- Der Verlauf bleibt in der Akte, unabhängig davon, wo die Sitzung stattfindet.